Unser Termin bei Frau Ministerin Gebauer (April 2019)

Am 30.04.2019 waren wir zu einem Gespräch bei unserer Schulministerin Frau Gebauer ins Ministerium eingeladen. Vertreten wurde unsere Vereinigung durch unsere Vorstandsmitglieder Dr. Maria Pohl, Cordula Rohlmann-Reineke und Silke Kirch.

In dem Gespräch haben wir ganz deutlich gemacht, welcher Belastung Lehrerinnen und Lehrer mit Korrekturfächern tagtäglich ausgesetzt sind, und eine Entlastung in Form eines verringerten Pflichtstundendeputats, je nach Anzahl und Zeitaufwand der Korrekturen, gefordert. Des Weiteren haben wir dargelegt, welche besonderen Belastungen in den letzten Jahren für alle Lehrerinnen und Lehrer hinzugekommen sind – Inklusion, Integration, KAoA, Rückkehr zu G9, Digitalisierung sind nur einige der zusätzlich zu bewältigenden Aufgaben. Wir haben auch hier gefordert, dass das Pflichtstundendeputat aller Lehrerinnen und Lehrer endlich der Realität angepasst werden müsse.

Frau Gebauer hat sich unsere Ausführungen interessiert und zugewandt angehört und Verständnis für die besondere Belastung der Vielkorrigierer/innen signalisiert. Aus ihrer Oppositionszeit als Vorsitzende des Schulausschusses kennen wir sie als ehrlich interessiert und bereit, die Anliegen der Korrekturfachlehrer/innen zu vertreten. Auch in dem Gespräch hat sie noch einmal betont, dass sie wisse, wieviel Korrekturaufwand und damit Arbeitseinsatz in manchen Fächern immer, in anderen gelegentlich, anfalle. Aber - diese Argumentation konnte man erahnen – dann hieß es: Die aktuelle Schulsituation erlaube es momentan nicht, das Pflichtstundendeputat zu senken. Als Gründe hierfür nannte sie u. a. den massiven Lehrermangel. Ihre Priorität sei es zunächst, die Unterrichtsversorgung sicherzustellen, deshalb seien Deputatsverringerung und Teilzeit problematisch. Wir erwiderten, dass verstärktes ‚Flüchten in Teilzeit‘ der massiven Überlastung geschuldet sei, und baten sie um eine Überprüfung der Fächerkombination derer, die in Teilzeit arbeiten. Hier zeige sich dann, dass es sich zumeist um Lehrerinnen und Lehrer mit hohem Korrekturaufwand handele. Wir führten aus, dass man langfristig denken müsse und durch ein geringeres Pflichtstundendeputat eine derart massenhafte Flucht in die Teilzeit verhindern und so die Lehrerversorgung auf Dauer sichern könne.

Auf unsere Nachfrage, wann die durch die FDP avisierte Kommission zur Lehrerarbeitszeit gegründet werden solle, erhielten wir die Rückmeldung, dass eine solche Kommission von den großen Verbänden bislang abgelehnt worden sei. Wir baten darum zu eruieren, ob die großen Verbände ihre Ablehnung weiter aufrechterhalten wollten.
Abschließend forderten wir Frau Gebauer auf, erneut zu klären, ob ein/e Zweitprüfer/in bei mündlichen Kommunikationsprüfungen nicht doch in Zukunft Mehrarbeit abrechnen können solle – um so ein weiteres Mal deutlich zu machen, dass generell qualifizierte Prüfungstätigkeit einen gewissen Zeitaufwand erfordert, wie das ja auch beim Korrigieren der Fall ist.

 

Fazit: Wir rechnen es Frau Gebauer hoch an, dass sie sich die Zeit für ein längeres Gespräch mit Mitgliedern unseres Verbandes genommen hat. Trotzdem fühlen wir uns nach wie vor ziemlich allein gelassen bei unserem Bemühen, für die zeitlich besonders belasteten Kolleginnen und Kollegen erträglichere Arbeitsbedingungen und generell mehr Arbeitszeitgerechtigkeit zu erwirken. Den Hinweis aus dem Bildungsministerium, dass immer gerade andere Dinge Vorrang haben vor dem – zugegebenermaßen schwierig zu lösenden - Problem der Arbeitszeitgerechtigkeit, kennen wir nun seit Jahren. Gleichfalls fanden wir ein weiteres Mal bestätigt, dass GEW und PhV angesichts ihrer mehrheitlichen Klientel anscheinend kein Interesse an institutionalisierten Deputatsverringerungen für Korrekturbelastete haben. Sie sprechen zwar immer von den armen, arg belasteten Kolleginnen und Kollegen mit den Korrekturfächern, denen man helfen müsse, aber scheuen einen so konkreten Schritt wie die Einrichtung einer Arbeitszeitkommission. So bleibt uns nach wie vor neben dem Gang vor Gericht der Versuch, die Öffentlichkeit (z. B. die Schülereltern und die Elternverbände) davon zu überzeugen, dass eine Entlastung überlasteter Lehrkräfte im Hinblick auf die Schulqualität auch in ihrem Interesse ist. Von den Totschlagargumenten, dass anderes immer Priorität habe, lassen wir uns nicht beirren, und auch nicht von den bloßen Lippenbekenntnissen der anderen Verbände.

 

Wir kämpfen weiter für Sie - für echte Arbeitszeitgerechtigkeit!

 

 

 

In den vergangenen Jahren gab es zwischen unserer Vereinigung und dem Schulministerium mehrere Schriftwechsel. Immer wieder wiesen wir auf die beklagenswerte Situation der Vielkorrigierer hin und baten um nachhaltige (Ab)Hilfe. Leider wird unserer Bitte bis heute nicht entsprochen.

Sehen Sie im Folgenden den Schriftwechsel:

 

Brief an Ministerin Gebauer vom 05.10.2017

 

Schreiben von MD Schrapper vom 20.12.2017

 

Unsere Antwort vom 20.09.2018

 

Replik von MD Schrapper vom 23.11.2018

 

Neujahrsempfang der FDP 2019 - Wir waren wieder dabei

Unsere Personalratsmitglieder Caren Scheffler (li.) und Silke Kirch (re.) im Gespräch mit Frau Ministerin Gebauer.

 

Januar 2017: Vereinigung der KorrekturfachlehrerInnen beim Neujahrsempfang der FDP

Unsere Personalrätinnen Frau Scheffler und Frau de Wit-Yokoi haben wie in den vergangenen Jahren am Neujahrsempfang der FDP im Düsseldorfer Flughafenhotel Maritim teilgenommen. Es folgt ein kurzer Bericht mit Schwerpunkt auf den schulpolitischen Vorstellungen der Partei.Das Motto des Empfanges lautete: GUTES NEUES NRW. Damit war der Tenor vorgegeben im Hinblick auf die Wahlen in NRW im kommenden Mai. Nicht zuletzt an der Schulpolitik der derzeitigen Regierung ließ der Vorsitzende der FDP, Christian Lindner, kein gutes Haar. Diese hinterlasse einen „bildungspolitische(n) Scherbenhaufen“ und habe „Weichen zur leistungslosen Schule“ gestellt. Bemängelt werden stetig sinkende Leistungs- und Qualitätsstandards, Benachteiligung von Schulformen wie Gymnasium und Realschule, der erhebliche Lehrermangel u.a. an Gymnasien, die überstürzte Einführung der Inklusion. Als Beleg wurden Ländervergleiche bzgl. der Schülerleistungen genannt.Statt dessen verspricht eine FDP in Regierungsverantwortung die „weltbeste Bildung für NRW“. Dazu benötige das Land ein „Schulfreiheitsgesetz“, denn die einzelne Schule wisse am besten, was für ihre Schülerschaft „in Sachen Organisation, Finanzen und Pädagogik“ gut sei, auch im Hinblick auf die Frage eines Abiturs nach acht oder neun Jahren. Die FDP-Landtagsfraktion hat daher fünf Forderungen aufgestellt, um das Ziel einer „weltbesten Bildung“ zu erreichen:

  1. Mehr Unterrichtsqualität durch klare Leistungsorientierung.
  2. Beendigung der „Diskriminierung einzelner Schulformen“ (s.o.).
  3. Eine schrittweise Etablierung von mehr personeller, finanzieller, pädagogischer und organisatorischer Schulfreiheit (s.o.).
  4. Eine systematischere, durchdachtere Form der Inklusion mit Sicherung erreichbarer Förderschulstandorte (mit unterschiedlichen Schwerpunkten), einer Verankerung verbindlicher Qualitätsstandards sowie einer stärkeren Konzentration auf Schwerpunktschulen.
  5. Eine Etablierung von 30 bestmöglich ausgestatteten Gymnasien (mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt) gerade in sozial schwierigen Stadtteilen.

Nach der Rede Lindners begrüßten unsere Personalrätinnen diesen (siehe Fotos). Er bemerkte, dass sein Vater ebenfalls Korrekturfachlehrer gewesen sei. Ferner betonte er, wir seien bei Anlässen wie dem vorliegenden immer anwesend gewesen, auch in schlechteren Zeiten und nicht nur derzeit, wo es wieder aufwärtsgehe. Wir sicherten einander gegenseitige Unterstützung zu.

Fazit:
Wir wurden eingeladen, waren vor Ort und wurden wahrgenommen.

Quellen:
Die Rede Linders am 15.01.2017 im Flughafenhotel maritim in Düsseldorf
Liberal.nrw, Das FDP-Magazin von Partei und Fraktion in NRW, Ausgabe 4,16, S.10 und 14f.