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Alle haben 'Lehrergesundheit' als Thema für sich entdeckt. Sowohl das MSB und die Bezirksregierungen als auch die einzelnen Schulen überschlagen sich quasi darin, Angebote zu machen, die der Gesundheit der Lehrerinnen und Lehrer förderlich sein sollen.

Kurz gesagt: Diese Maßnahmen schaden nicht, aber sie nützen auch kaum, wenn man davon ausgeht, dass ein wesentlicher Grund, warum es vielen Lehrerinnen und Lehrern nicht gut geht und sie Merkmale physischer und psychischer Belastungen zeigen, in der Deputatsregelung und allen damit verbundenen Problematiken liegt.

Alle diese Maßnahmen sind nicht mehr als ein Feigenblatt oder eine Beruhigungspille, um zu zeigen, dass man etwas tue und das Problem sehe.

Werfen Sie einmal einen Blick auf die Seite des Landesprogramms NRW zu 'Bildung und Gesundheit' und schauen Sie sich die Themen der Gesundheitstage an (https://www.bug-nrw.de/arbeitsfelder/gute-gesunde-schule/). Es ist dabei völlig egal, ob die Gesundheitstage schon älteren Datums sind oder aktuell organisiert werden. Das Land und die Behörde haben nichts dazugelernt. Die immer gleichen Heilmittel werden angeboten, und der Tenor lautet fast immer, dass man an sich selbst etwas ändern müsse.

Ein besonders markantes und leider auch perfides Beispiel ist der Workshop 'Training emotionaler Kompetenzen für Lehrkräfte', in dem Sie lernen sollen, dass Stress und negative Emotionen zum Leben und damit zur Schule gehören, dass sie nicht nur hilfreich seien, sondern sogar die „Würze des Lebens“ ausmachten, die man lernen solle zu genießen (https://www.bug-nrw.de/fileadmin/web/pdf/muenster/AK_2.pdf).

Kein Angebot zur Aufrechterhaltung oder zur Förderung der Lehrergesundheit rührt jedoch an der Wurzel des Problems – und das ist die ungerechte Deputatsregelung, die aus einer Zeit stammt, die mit der jetzigen Schulrealität und allen damit verbundenen Aufgaben gar nichts mehr zu tun hat.

Nur auf politischer Ebene kann etwas geändert werden. Dazu benötigen wir Ihre Unterstützung!

Lesen Sie zu den verschiedenen Maßnahmen hier:

 

Gesundheitstage der Bezirksregierungen

Auf den von den Bezirksregierungen veranstalteten Gesundheitstagen werden den Kolleginnen und Kollegen viele wertvolle Tipps gegeben – zumindest nach Ansicht der Bezirksregierungen und damit des MSB.

Pädagogische Studientage als Gesundheitstage

Pädagogische Studientage, die der Gesundheit dienen, sind an allen Schulen angesagt. Kaum eine Schule lässt sich die Gelegenheit entgehen, den Kolleginnen und Kollegen ein Angebot zu machen, das mit den großen, von der Bezirksregierung organisierten Veranstaltungen mithalten kann.

Häufig findet man Angebote zur Stimmschulung, zum Resilienzerwerb, zur Rückenschule, zum Achtsamkeitstraining und allgemein zur Stressbewältigung.

Man kann Referenten buchen, die damit werben, passende und alltagstaugliche Strategien zum Erhalt der Lehrergesundheit zu vermitteln. Selbst etwas so Banales wie 'Bewusst genießen', also z.B. Schokolade zu essen, wird als Maßnahme verkauft.

Schulbegehungen

Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet Arbeitgeber dazu, Gefährdungen am Arbeitsplatz zu ermitteln und Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten zu ergreifen.

Nun ist es natürlich viel einfacher, vom BAD eine Begehung durchführen zu lassen und dabei Stolperfallen durch Kabel oder Gefahren durch Schimmel aufzudecken und zu eliminieren oder die Raumakustik zu überprüfen, als wirklich an die Ursachen von weitaus größeren und häufiger auftretenden Gefährdungen – nämlich für die Psyche und das Privatleben der Betroffenen – heranzugehen. Bei Schimmel oder Lärm gibt es Höchstwerte, die nicht überschritten werden dürfen.

Bei den Belastungen durch Korrekturen gibt es keine vom Gesetzgeber vorgesehene Höchstgrenze.

Salutogenes Führungshandeln

Der schöne Ausdruck, den man immer häufiger hört, soll suggerieren, dass die Schulleitung Einfluss nehmen könne auf die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen.

In begrenztem Maße sicherlich

COPSOQ

Die COPSOQ-Untersuchungen stellen den ersten Schritt im Rahmen der personenbezogenen Gefährdungsbeuteilung dar, auf deren Grundlage ggf. erforderliche Maßnahmen für ein gesundheitserhaltendes und gesundheitsförderliches Arbeitsumfeld zu schaffen seien.

Das klingt sehr löblich und wenn es denn auch so funktioniert hätte, könnte man zufrieden sein.

Die Untersuchungsergebnisse liegen seit Jahren vor – und hat irgendein Kollege oder eine Kollegin eine Verbesserung der persönlichen Situation wahrgenommen?

Verhaltensorientierte versus verhältnisorientierte Änderung

Immer wieder bekommen Kolleginnen und Kollegen gespiegelt, dass es an ihnen liege, wenn sie mit der vom Dienstherrn vorgesehenen Wochenarbeitszeit – für die sie auch nur bezahlt werden – nicht hinkämen: Sie seien halt selber schuld, nicht nur, weil sie sich selbst für die Fächer entschieden hätten, sie seien zudem auch noch zu genau, perfektionistisch, neigten zu Selbstausbeutung oder hätten ein falsches Zeitmanagement.

Gute gesunde Schule

Damit Schule gut und die dort Tätigen gesund sein können, sollen Stress und andere gesundheitliche Belastungen des Schulpersonals berücksichtigt werden. Primär hat man sicherlich bei der Erreichung des Ziels an Schülerinnen und Schüler gedacht, jedoch werden jetzt auch Lehrerinnen und Lehrer zunehmend in den Blick genommen.

Korrekturtätigkeit trotz Krankschreibung

Das MSB hat, wie wir alle wissen, für alle möglichen Situationen Regelungen getroffen, jedoch ein zentrales Problem dabei ausgespart: Wie ist damit umzugehen, wenn eine erkrankte Kollegin unkorrigierte Klassenarbeiten oder Klausuren zu Hause liegen hat oder während ihrer Krankschreibung eigentlich Arbeiten zu schreiben wären?

Die Antwort ist einfach: Die Behörde delegiert die Verantwortung auf die Schule.

BEM-Verfahren

Nach all den kritischen Bemerkungen, die wir zu den von der Bezirksregierung im Bereich Gesundheitsschutz getroffenen Maßnahmen und Initiativen getätigt haben, möchten wir nun einen Punkt ansprechen, den wir als sinnvoll ansehen.

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